Materialströme in der Großregion - Fallbeispiel Stahl

Die Großregion gehört zu den traditionsreichsten und zugleich innovativsten Stahlstandorten Europas. Seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Jahr 1951 spielt die Stahlindustrie eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und Europas.

Heute steht die Branche vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits ist die Stahlproduktion weltweit für mehr als 7 % der CO₂-Emissionen verantwortlich. Andererseits ist Stahl ein unverzichtbarer Werkstoff für vielfältige technische und industrielle Anwendungen: im Stahlhochbau (Gebäude), im Infrastrukturbau (Brücken), beim Bau von Energieerzeugungsanlagen (auch Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen) sowie im Fahrzeug- und Schiffbau und sogar in der Raumfahrtindustrie.

Ein großer Vorteil von Stahl ist, dass Stahlprodukte am Ende ihrer Lebensdauer prinzipiell beliebig oft wieder eingeschmolzen und als neues Stahlmaterial neuen Produktverwendungen zugeführt werden können. Dennoch, verschiedene Elemente wie Kupfer und Schwefel, die im Schrott enthalten sein können, lassen sich nur sehr schwer extrahieren und haben zudem nachteilige Auswirkungen auf die Stahleigenschaften. Dies schränkt die "unbegrenzte" Wiederverwendung von Schrott ein, insbesondere für die Herstellung von hochwertigem Stahl.

 

Stahlproduzenten in der Großregion

Die Komplexität der logistischen und werkstofftechnischen, aber auch der energetischen und finanziellen Herausforderungen der Transformation in der Stahlindustrie in Richtung Kreislaufwirtschaft erfordert die vollständige Begleitung aller Daten durch konsequente Digitalisierung. Ein wichtiger erster Schritt ist die Erfassung der verschiedenen Produktionszentren und der Stahlmengen, die in der Großregion im Umlauf sind. Auf Basis der geographischen Verteilung lassen sich regionale Verflechtungen erkennen und weitere Informationen im Hinblick auf Stahlsorten, Halbzeuge und Lebenszyklus der Endprodukte sammeln.

Energiewende in der Großregion

Die Energiewende in der Großregion setzt zunehmend auf erneuerbare Energiequellen, insbesondere auf Windkraft. Windkraftanlagen bestehen aus vielfältigen Materialien wie Stahl, Beton, Kupfer und seltenen Metallen, deren Kreislauffähigkeit für eine nachhaltige Energieversorgung von zentraler Bedeutung ist.

Die Karte zeigt die Standorte der Windkraftanlagen in der Großregion und verdeutlicht die regionale Verteilung der Anlagen. Durch die Vernetzung von Material- und Energieinfrastruktur lassen sich mögliche Synergien zwischen Stahlproduktion, Recyclingströmen und dem Ausbau erneuerbarer Energien erkennen.

Die Erfassung dieser Anlagen ist ein wichtiger Schritt, um Materialflüsse, Lebenszyklen der Komponenten und Potenziale für ein regionales Recycling in der Windenergiebranche besser zu verstehen und zu steuern.